Verliebt in die Braut

Ja, wieder mal war Kino angesagt. Mal was leichtes und erfrischendes. Leicht ja, erfrischend eher weniger. Bei solchen Filmtiteln und wenn man den Trailer gesehen hat, weiß man von vornherein, dass sich die Zwei am Ende kriegen (wie würde das denn aussehen, wenn der alternde “strahlende” Patrick Dempsey als Verlierer vom Platz ginge?).

Zur Handlung: Tom (Patrick Dempsey) und Hannah (Michelle Monaghan) sind seit dem College die besten Freunde. Tom ist ein oberflächlicher Sack und Hannah verkörpert die perfekte amerikanische Frau kurz vor den Dreißigern (erfolgreich, schön, unkompliziert). Als Hannah geschäftlich nach Schottland reist und von dort mit einem Verlobten im Gepäck zurückkehrt, merkt Tom erst, das er Hannah liebt und sie eigentlich ihn heiraten sollte. Hannah bittet Tom ihre erste “Brautjungfer” zu werden und Tom sagt zu, mit dem Ziel Hannah seine Liebe noch vor deren Hochzeit zu gestehen. Nach vielen vorhersehbaren lustigen Ereignissen, und jetzt kommt’s: kann Tom die Hochzeit verhindern und alle leben glücklich und zufrieden bis das der Tod sie scheidet.

Der Film arbeitet mit so vielen Cliches, das es schon nicht mehr feierlich ist. Wie sich Amis so die “good old” Europäer, in diesem Fall die armen Schotten, vorstellen ist einfach nur zum *peep*. Schotten leben grundsätzlich in zugigen Schlössern, verdienen alle ihr Geld mit Whiskey brennen, stehen alle auf verschrobene Traditionen, sind bärtig und laut und üben täglich mindestens eine Stunde auf dem Dudelsack (Schotten können übrigens nur ein Stück auf dem Dudelsack spielen, nämlich Scotland the Brave).

In diesen romantischen Komödien ist irgendwie nie einer richtig arm oder muss richtig hart arbeiten, hab ich das Gefühl. So verdient Tom sein Geld (ein Schweinegeld) durch die Erfindung des “Kaffee-Kragens”, dieses Stülpding aus Pappe, das man bei Starbucks bekommt, um sich nicht die Finger am heißen Becher zu verbrennen (dank dieser Erfindung muss Tom anscheinend nie wieder arbeiten). Michelle macht irgendwas mit Kunst in einem Museum (Frauen machen immer irgendwas mit Kunst) und ihr Verlobter ist gleich adelig und betreibt die erfolgreichste Brennerei in ganz Schottland.

Die Besetzung war, wie Flo schon ganz richtig gesagt hatte, einfach nur falsch. Patrick Dempsey ist einfach nicht der geborene Komiker, der vorallem durch seine Körpersprache und die Art wie er sich in bestimmten Situationen bewegt lustig ist. Patrick wirkt einfach nicht in dieser Rolle. In Verwünscht war er ja noch ganz sympathisch, aber er sollte wieder zurück in den OP, da kann er dann als “McDreamy” sein ganzes Repertoire and schmachtenden Blicke ablassen und nervt uns nicht weiter. Michelle Monaghan sieht ja nun nicht schlecht aus, hat aber irgendwie auch nur einen Blick auf Lager.

Naja, da bin ich ja doch etwas gemeiner geworden als ich eigentlich beabsichtigt hatte. Schwamm drüber. Das ist halt meine Meinung, ihr müsst sie nicht teilen. Ich würde euch nur raten, den Film erst zu sehen wenn ihn irgendwer auf DVD hat und ihr euch bei dem zum glotzen einladen könnt, ich hab für den Film jedenfalls schon zu viel Geld ausgegeben.

~ von Jeli am 18. Mai 2008.

Einen Kommentar schreiben